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Thu
06
May
2010

"Hier wird von Spekulanten ein Angriffskrieg gegen die Euro-Zone geführt"

by tmesser in Grywna

Das meinte Deutschlands Chef-Finanzaufseher Jochen Sanio am Mittwoch im Haushaltsausschuss des Bundestags, nachdem die Griechenlandkrise erste Todesopfer gefordert hatte.

Der Euro sackte weiter ab, um 10 Cent innerhalb von nur 3 Wochen. Nun stürzen die Börsen rund um den Globus mit, und heute machte sich an der Wallstreet regelrecht Panik breit und es scheint mehr als zutreffend:"Das knappste Gut im Europa unserer Tage", und nicht nur im Europa, - "ist nicht das Geld, sondern die Vernunft."

Auch die ukrainischen Börse konnte sich dem weltweiten Trend nicht entziehen und brach nach den Maifeiertagen innerhalb von 2 Handelstagen um 10% ein. Für Anleger, die dem bis zum Überdruss zitierten Spruch 'Sell in May and go away' gefolgt sind, ist ihre kleine private Welt in Ordnung. 

Für die grosse Welt gilt: Griechenland wird nicht fallen gelassen und bekommt die am 19. Mai so dringend benötigten Milliarden und nebst einem drastischen Sparpaket, dass vor allem die sowieso Schwachen treffen wird, zwei bis drei Jahre Luft. Das ist gut und doch auch schlecht, denn es zeigt denen, die gegen ausgewachsene Staaten wetten, dass Euroland seine Kinder nicht fallen zu lassen gewillt ist, was bedeutet, dass der Bankrott des Landes und damit auch der Ausfall der Kreditrückzahlungen nicht stattfinden wird. Die Wette geht auf. Also auf zum nächsten Opfer! Man zeigt auf Portugal, Spanien ... Dem muss die Politik einen Riegel vorschieben.

Schon bald wohl wird sich das Pendel wieder in die andere Richtung bewegen, der Euro wieder gegenüber dem Dollar gewinnen. Wenn erst wieder auf den Euro gesetzt wird, werden wir wieder mehr über die Californienkrise hören und man fragt sich nur, wie lange dieses Pendelspiel noch gut geht.

(Last edited at: 2010-05-09 19:25:06)

Filed under the category Weltwirtschaft
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